Die Freunde von Michel Houellebecq

Diese Seiten sind Michel Houellebecq gewidmet, dessen Werk und Person mein Leben erhellen.
Für all jene, die das Werk Michel Houellebecqs für sich entdeckt haben oder noch entdecken werden , die Lust haben ihre Gefühle und Fragen zu teilen, für den anonymen jungen Mann, den die Gestalt der Annabelle zum Träumen gebracht hat, für die Dame, in Paris oder am anderen Ende der Welt, die Lust bekommen hat, Lovecraft zu entdecken, nachdem sie Michels ihm gewidmeten Essay gelesen hat, für all jene, die aufgewühlt, verwandelt durch einen Roman oder ein Gedicht von Michel den Wunsch verspürt haben, einen geliebten Menschen mit diesem Schriftsteller bekannt zu machen.
Diese Seiten sind für all sie und viele andere, die sich uns hoffentlich noch anschliessen werden...

Michelle Levy

Biographie

Am 26. Februar 1958 wird er in La Réunion geboren. Sein Vater, ein Bergführer, und seine Mutter, eine Anästhesistin, interessieren sich bald nicht mehr für seine Existenz. Eine Halbschwester wird vier Jahre nach ihm geboren. Mit sechs Jahren wird er seiner Großmutter väterlicherseits anvertraut, einer Kommunistin, deren Namen er als Pseudonym angenommen hat. Er lebt in Dicy (Yonne), dann in Crécy-la-Chapelle. Sieben Jahre lang ist er im Internat des Lycée von Meaux.
Er besucht die Vorbereitungskurse für die Grandes Ecoles. Seine Großmutter stirbt 1978.
1980 erhält er sein Diplom als Landwirtschaftsingenieur. Im gleichen Jahr heiratet er Jacintha, die Schwester eines Studienfreundes.
Dann beginnt für ihn eine Phase der Arbeitslosigkeit. Sein Sohn Étienne wird 1981 geboren. Er wird geschieden.Eine Depression beschert ihm mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie.

Seine literarische Laufbahn beginnt im Alter von 20 Jahren; er frequentiert Poetenzirkel. 1985 begegnet er Michel Bulteau, Leiter der Nouvelle Revue de Paris, der als erster seine Gedichte veröffentlicht. Das ist der Beginn einer unzertrennlichen Freundschaft. Letzterer schlägt ihm auch die Beteiligung an der Reihe „Collection des Infréquentables“ vor, die er im Verlag Éditions du Rocher eingerichtet hat. So wird 1991 „Lovecraft, contre le monde, contre la vie“ publiziert.
Er findet eine Anstellung als Sekretär in der Verwaltung der Assemblée Nationale.

Im selben Jahr erscheint „Rester vivant, méthode“ bei Éditions de la Difference, dann im selben Verlag 1992 der erste Gedichtband „La Poursuite du bonheur“, der den Tristan Tzara Preis erhält.
Er lernt Marie-Pierre Gauthier kennen.

1994 gibt Maurice Nadeau „Extension du domaine de la lutte“ heraus, seinen ersten, mittlerweile in mehrere Sprachen übersetzten Roman, durch den er einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wird, einen schwarzen, verzweifelten, aber gleichzeitig humorvollen Roman.

Er arbeitet für zahlreiche Zeitschriften (L´Atelier du roman, Perpendiculaires, von wo er später verbannt wird, Les Inrockuptibles). Seit 1996 publiziert Michel Houellebecq bei Flammarion, wo Raphael Sorin sein Verleger ist.

Sein zweiter Gedichtband „Le Sens du combat“ erhält den Prix de Flore 1996.
„Rester vivant“ und „La Pousuite du bonheur“ werden 1997 , zu diesem Zweck umgearbeitet, in einem Band neu herausgegeben.

1998 erhält er den Grand Prix national des Lettres Jeunes Talents für sein Gesamtwerk. „Interventions“, eine Sammlung von Kritiken und Chroniken, und „Les Particules élémentaires“, sein zweiter Roman, in mehr als 25 Sprachen übersetzt, Prix Novembre, erscheinen gleichzeitig.
Er heiratet Marie-Pierre.
1999 bearbeitet er „Extension du domaine de la lutte“ zusammen mit Philippe Harel für eine Verfilmung, bei der letzterer Regie führt. (Kritik in französischer Sprache auf dieser Seite.)
Er veröffentlicht einen neuen Gedichtband, „Renaissance“.

Er bereitet ein Album (CD) vor, auf dem seine Gedichte, von ihm selbst aufgenommen, von Bertrand Burgalat und Jean-Claude Vannier musikalisch umgesetzt werden.

Er wohnt gegenwärtig in Irland, in der Nähe von Dublin. Er arbeitet an einem Buchprojekt über Lanzarote – Photographien und Texte - für den Herbst 2000.


Seine Bezugspunkte:

Baudelaire, „Schöne neue Welt“ und „Eiland“ von Aldous Huxley, „American Psycho“ von Brett Easton Ellis, Kant, Auguste Comte, „Der Zauberberg“ von Thomas Mann, The Book of Kells und... Pif le chien!

Die Welt des Michel Houellebecq

Jimi Hendrix, Neil Young, Schubert, Françoise Hardy, Leonard Cohen, Brian Wilson und les Beach Boys, David Crosby. Rhum-gingembre, Zigaretten, Monoprix.


Einige seiner Lieblingsbücher

Eugene Ionesco
Le Solitaire, Mercure de France, 1973.

Bret Easton Ellis
Glamorama, Robert Laffont (« Pavillons »), 2000

Emmanuel Carrère
Je suis vivant et vous êtes morts : Philip K. Dick, 1928-1982, Le Seuil («Points »), 1996.
L‘Adversaire, P.O.L, 2000

Yves Bichet
Citelle, éditions Cheyne, 1989.
Clémence, éditions Le Temps qu'il fait, 1999.
La Part animale, éditions Gallimard (Collection blanche), 1994.
Le Rêve de Marie, éditions Le Temps qu'il fait, 1995

Lydie Salvayre
La Compagnie des spectres, Le Seuil, 1997 (Prix Novembre).
La Puissance des mouches, Le Seuil.
La Vie commune, Verticales.

Philippe Vilain
La Dernière Année, Gallimard, 1999.

Molly Keane
Et la vague les emporta, La Table Ronde.

Bruno Gibert
Claude, Stock.

...und einige Referenzen auf der Quantenphysik :

Sven Ortoli & Jean-Pierre Pharabod, Le Cantique des quantiques, Paris, La Découverte, 1998.
Werner Heisenberg, La Partie et le tout, Paris, Flammarion, 1990 (Collection Champs).
Bernard d‘Espagnat, à la recherche du réel, Paris, Presses Pocket, 1991 (Collection Agora).
Michel Bitbol, Mécanique quantique : une introduction philosophique, Paris, Flammarion, 1997 (Collection Champs).


Michel Houellebecq: Emotionale Reaktionen und literarisches Talent

Wie er es in „Rester vivant“ (Am Leben bleiben) geschrieben hat: „Die Wahrheit ist skandalös. Aber ohne sie ist alles nichts wert. Eine ehrliche und naive Sicht der Welt ist bereits ein Meisterwerk... In dem Maße wie Sie der Wahrheit näherkommen, nimmt Ihre Einsamkeit zu.“Michel Houellebecq ist eine Art Prophet. Er verfügt über die seltene Fähigkeit, die Welt mit einer überdurchschnittlich hohen Sensibilität wahrzunehmen. Und er hat ein Talent, das ihm erlaubt, seine Wahrnehmungen an uns weiterzugeben. Das ist für manche schwer zu akzeptieren. Sie wollen nicht, daß man ihnen von der Welt spricht, so wie sie ist, und auch nicht vom Leiden der Menschen, die zwischen ihren Wünschen und der Wirklichkeit zerrissen werden.

Mit einem brutalen Humor und einer poetischen Wucht, die unsere Seelen zutiefst zu treffen vermag, ist es ihm gelungen authentische Figuren im Herzen der heutigen Welt zum Leben zu erwecken. Beim ersten Lesen könnte man glauben, es ginge ihm weniger um stilistisches Bemühen als um die Reflexion über den Zustand der Welt.

Später bekommt man Lust, erneut zu seinen Büchern zu greifen und sich bestimmten Seiten gründlicher zu widmen... Dann merkt man recht schnell, daß sein Leben und sein Werk ein Ganzes bilden, daß er sich ins Spiel bringt und daß, sogar schon seit dem Essay über Lovecraft, jedes beschworene Element, jedes Thema, in der Folge wieder aufgegriffen und in einem späteren Buch weiterentwickelt wird. Es gibt eine Kohärenz, nicht nur innerhalb des Werks, sondern auch zwischen den verschiedenen Produktionsprozessen. Er begnügt sich nicht damit uns etwas vorzugaukeln. Er schafft ein Universum und dieses Universum hat einen Sinn.

Dieser Verein, diese Internetseiten sind in erster Linie eine Antwort auf diese Verse von Michel Houellebecq, die ich in einer Nacht der Verzweiflung gelesen habe: « S’il y a quelqu’un qui m’aime, sur Terre ou dans les astres, / Il devrait maintenant me faire un petit signe / Je sens s’accumuler les prémices d’un désastre » (La Poursuite du bonheur). (Falls es jemanden gibt, der mich liebt, auf Erden oder in den Sternen,/ Sollte er mir jetzt ein kleines Zeichen geben/ Ich spüre die Anfänge einer sich anbahnenden Katastrophe (Das Streben nach Glück)). Andere Verse, andere Bücher von ihm, haben es mir erlaubt, seiner Sensibilität und seiner Sicht der Welt noch näher zu kommen. Man behauptet er sei einzelgängerisch und menschenfeindlich, verzweifelt und deprimierend. Dennoch hat er so viele Menschen berührt, die das Bedürfnis hatten ihm ihre Anerkennung auszudrücken, weil seine Bücher auch ein leuchtendes Mitgefühl enthalten, weil er mit seltenem Talent das Gefühl der Fremdheit auszudrücken vermochte, das wir vor einer Welt empfinden, die immer weniger unseren Bestrebungen entspricht. Und auch weil er seinen ganz speziellen Humor einzusetzen wußte, um uns in den schwärzesten Momenten zum Lächeln zu bringen. Seine Bücher sind gleichzeitig schmerzhaft und sanft. Oftmals helfen sie uns zu leben und zu verstehen. Die Größe eines Werkes zeigt sich nicht nur daran, was es über die menschliche Natur sagt, sondern auch an den Fragen, die es in uns weckt.

Seine Bücher haben Debatten, Prozesse und Kritik ausgelöst, aber überall gibt es Menschen, die das was er geschrieben hat, lieben. Diese Internetseiten sind für seine Freunde und Leser, seien sie berühmt oder unbekannt. Ein Buch kann sehr verschiedene Leser aus sehr verschiedenen Gründen berühren. Die Gesamtheit ihrer Reflexionen kann der Bereicherung eines Werkes dienen und auch für den Autor nützlich sein. „ Schneiden Sie die Themen an, von denen niemand etwas hören will. Die Welt hinter den Fassaden. Bestehen Sie auf der Krankheit, der Agonie, der Häßlichkeit. Sprechen Sie vom Tod und vom Vergessen. Von der Eifersucht, der Gleichgültigkeit, der Frustration, der Lieblosigkeit. Seien Sie gemein, dann werden Sie wahr sein.“ (Rester vivant – Am Leben bleiben) Warum warten tausende von Menschen, denen eine Kontinuität in seinem Werk bewußt ist, ungeduldig auf sein nächstes Buch? Warum sind wir so viele, die hoffen, daß er „am Leben bleibt“? Versuchen wir alle gemeinsam, auf diese Fragen zu antworten.

Michelle Levy


http://www.single-generation.de/kohorten/michel_houellebecq_plateforme.htm

Michel Houellebecq - Literat der Single-Generation

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